Inhalt:
.Führungskompetenz ohne Geheimnisse
bfi Wien Experten-Club mit Univ. Prof. Dr. Helmut Kasper
(6.7.2010) In Kooperation mit der Buchhandlung Manz und Bildungaktuell, dem Online-Portal für Management, Personalwesen und Weiterbildung hat das bfi Wien Manager/innen, Personalverantwortliche und Geschäftsführer/innen zum 2. Experten-Club am 1.7.2010 eingeladen. Dr. Helmut Kasper, Professor für BWL, Vorstand des Departments für Management und Leiter des Instituts für Changemanagement und Management Development der Wirtschaftsuni Wien, beantwortet die komplex anmutende Frage nach dem erfolgreichen Führungsstil der Zukunft eingangs sehr einfach: „Es gibt kein Geheimnis erfolgreicher Führung, es gibt aber hartes Arbeiten und unterschiedliche Führungsstile. Sogenanntes Charisma gehört entmystifiziert.“ Wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Führung sei ein „Dream Team“ – so wie er es selbst auch an der WU Wien hat!
Führungskompetenz
Vor dem Hintergrund der Systemtheorie bedeutet Führung für Kasper „die absichtsvolle Einflussnahme auf Personen und soziale Einheiten, bei dem eine Person versucht, andere Personen und /oder soziale Einheiten (Teams, Organisationen) zur Erfüllung gemeinsamer Aufgaben und Erreichung gemeinsamer Ziele direkt oder indirekt – über Kontextsteuerung – zu veranlassen.“ In diesem Sinne sei „Führung durch Diskurs“ effizienter als Führungsstile, die über idealisierte Beeinflussung (Charisma), monetäre Anreize, Sanktionen bei Zielverfehlung, etc agieren. „Es gibt keine Garantie, dass alles so läuft, wie die Führungskraft es intendiert hat“, so Kasper. Der Kontext bestimme das Verhalten der Mitarbeiter/innen und Führungskräfte. Rahmenbedingungen und Spielregeln sollten so gestaltet werden, dass die Beteiligten „in Kreisen denken können“, d.h. Rückkoppelungen, Feedback und Veränderungen möglich sind. Gerade dann wesentlich, wenn man nach der Systemtheorie davon ausgeht, dass die Menschen nach persönlichen Wirklichkeitskonstruktionen handeln, die beobachtet und integriert werden sollten. Dazu gehöre, dass man Widersprüche aufgreift, die „Autonomie der Subsysteme als Ressource nutzt“ und so das Vertrauen z.B. in eine Abteilung aufbaut. Letztendlich sei das Ziel, sich als Führungskraft überflüssig zu machen - und sich nicht ins Tagesgeschäft einzumischen.
Wandel der Anforderungen an die Kompetenzen der Vorgesetzten
In Abgrenzung zur Qualifikation (tätigkeitsbezogene Kenntnisse, verwertbare Fähigkeiten, zertifizierbar, etc.) gehe es bei Kompetenzen um Fähigkeiten zum selbstorganisierten Handeln in Problem- und Entscheidungssituationen. Das derzeitige große Interesse an Selbstorganisation erklärte Kasper nach Prof. Lutz von Rosenstiel (2010) mit der „zunehmenden unternehmensinternen und sozialen Komplexität und Veränderungsdynamik“. Und hier brauche es neben den Fachkompetenzen personale, aktivitäts- und handlungsbezogene, methodische und sozial-kommunikative Kompetenzen. Diese höhere Bewertung der Kompetenzen entspricht dem Europäischen Qualifikationsrahmen.
Abschließend präsentierte Kasper den Gästen des Experten-Clubs – Manager/innen von z.B. Ankerbrot, Bene AG, Wiener Städtische Versicherung, Raiffeisen, Böhler Uddeholm AG, Telekom Austria, SAP Österreich, etc. – die aktuellen Ergebnisse seiner (et al.) neuesten Studie: wie das Top- und mittlere Management in China, Indien, CEE und Österreich die Wichtigkeit der gegenwärtigen und zukünftigen Kompetenzen einschätzt. Bei den chinesischen Manager/innen stehen für die Zukunft Innovationsfähigkeit und Kommunikation an erster Stelle, in Indien analytisches Denken und Marketing, z.B. bei den Ungarn EU-Kompetenz und Sprachen sowie in Österreich Changemanagement und Flexibilität.
Die bfi Wien Akademie für (angehende) Führungskräfte
Die Lehrgänge fördern sowohl die berufliche Karriere als auch die persönliche Entwicklung. Qualifikationen und Kompetenzen werden gleichermaßen in praxisorientierten Trainings und Workshops weiterentwickelt. Die Unternehmen der Lehrgangsteilnehmer/innen profitieren dadurch, dass Ausbildungsprojekte direkt umgesetzt werden können. Vernetzungsveranstaltungen bieten den Teilnehmer/innen und Absolvent/innen Inputs von und Austausch mit Expert/innen aus Wirtschaft und Wissenschaft.
Informationsabende
Masterlehrgang Integrierte Kommunikation (PR/Lobbying und Angewandtes Markting&BWL): 7.9.2010
Diplomlehrgänge (in Kooperation mit der FH des bfi Wien):
Expert in Logistics: 15.9.2010
BWL und Controlling: 20.9.2010
Facility Management: 22.9.2010
Sozialmanagement: 1.10.2010
Management und Führungskompetenz: 11.10.2010
Systemisches Coaching für die Führungspraxis: 15.11.2010
Internationales Produktmanagement: 19.11.2010
www.bfi-wienakademie.at
Rückfragehinweis: Mag. Gabriele Masuch, bfi Wien, 1034, Alfred-Dallinger-Platz 1, 01/81178/10385, g.masuch@bfi-wien.or.at , www.bfi-wien.at

