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Demografischer Wandel und Personalmanagement

bfi Wien: Dr. Rainer Münz rät zu gezielten Maßnahmen für das zukünftige HR-Management

„Das graue und das bunte Österreich - neue Herausforderungen für das Personalmanagement durch den demographischen Wandel im 21. Jahrhundert“ war das Thema der bfi Wien Veranstaltung für Manager/innen und Personalverantwortliche. „Österreich ergraut“, so Dr. Rainer Münz, Leiter der Forschungsabteilung der Erste Group und Senior Fellow am Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut.
In der Albertina präsentierte er den Gästen aus Unternehmen wie  Augarten GmbH, AUVA,  Böhler-Uddeholm,  Hofburg Vienna,  LGV Frischgemüse, Maresi, Morava, Raiffeisen, Rail Cargo,  Sozialzentrum Rennweg, SOS Kinderdorf, UniCredit, Unilever etc., sowie Beiratsmitgliedern der bfi Wien Akademie - Dr. Gerhard Friedrich, DI Sigrid Oblak , Dr. Peter Pendl - und Lehrgangsleiter/innen die Entwicklung der alternden Belegschaften. Das Phänomen gelte für die Privatwirtschaft genauso wie für den öffentlichen Dienst. Der Vortrag beschäftigte sich mit der Frage, wie das HR-Management auf diese Entwicklung reagieren soll und welche gezielten Maßnahmen nötig sind, um die Beschäftigung von älteren und zugewanderten Mitarbeiter/innnen zu erhöhen.
Entsprechend der Angaben von Statistik Austria steigt die Lebenserwartung kontinuierlich bis 2050 auf über 90 Jahre, „seit Ende der  1970er Jahren haben wir konstant niedrige Kinderzahlen und seit 1990 wachsen wir vor allem durch Zuwanderung“, erklärte Münz.

Und wo liegen die konkreten Herausforderungen für die Wirtschaft?

Als zentral sieht Münz die Frage, wie man das „ältere Potenzial“  (45 +) länger „produktiv“ halten kann: durch  Aus- und Weiterbildung, Motivation zum lebenslangen Lernen, durch andere Methodik&Didaktik, Gesundheitsförderung und last but not least durch Gender Management – mehr und besser qualifizierte Frauen drängen auf den Markt!  Als Voraussetzung für unternehmerischen Erfolg nannte Münz auch Diversity Management. Vor dem Hintergrund der steigenden erwerbstätigen Personen mit Migrationshintergrund sei der wertschätzende Umgang mit den Unterschieden der kulturellen Herkunft und Religion wesentlich, um effektive Teams und Unternehmensbindung zu erreichen.  Engpässe gäbe es weiterhin bei der Suche nach den passenden Lehrlingen und Fachkräften, vor allem im technischen und handwerklichen Bereich.

Lebenslanges Lernen betrifft alle, ob es um Erweiterung der Kompetenzen für Fremdsprachen, Kommunikation, Teamarbeit, Serviceorientierung, technische Innovationen etc. geht. Betriebliche Fortbildung und /oder externe Trainings und Lehrgänge brauchen junge wie ältere Mitarbeiter/innen und Führungskräfte. Und eine der wesentlichen Fragen laut Münz bleibt: wie kann man verhindern, dass das Wissen der erfahrenen Mitarbeiter/innen verloren geht!

Integration durch Bildung – das bunte Wien

Das bfi Wien setzt sich für die berufliche und persönliche Weiterentwicklung der Arbeitnehmer/innen und Arbeitssuchenden ein – und gleichzeitig wird durch die Bildungsangebote die Integration ausländischer Bürger/innen bzw. Personen mit Migrationshintergrund unterstützt.
Im Sinne des lebenslangen Lernens und der Durchlässigkeit des Bildungssystems ist der Einstieg auf jedem Bildungsniveau und jeder Alterstufe möglich. Die Angebote reichen von Hauptschul- und  Lehrabschlüssen, über Kurse für Sprachen, EDV, Technik, Tourismus und Gesundheit bis zur Akademie für (angehende) Führungskräfte. Die Teilnehmer/innen kommen aus allen Branchen und bringen unterschiedliches Vorwissen mit - sowie ca. 30 % Migrationshintergrund.

Ziel der Deutschkurse ist neben der Verbesserung der Sprachkenntnisse bzw. der Kommunikationskompetenz die nachhaltige (Re-) Integration in den Arbeitsmarkt. Pro Jahr besuchen ca 4.500 Teilnehmer/innen Deutschkurse, anschließend werden sie 2 Wochen bei der aktiven Arbeitssuche unterstützt.

Bei der im Rahmen der Ausbildungsgarantie der Bundesregierung angebotenen überbetrieblichen Lehrausbildung für Jugendliche haben rd. 66 % der Lehrlinge am bfi Wien Migrationshintergrund. Bei den Facharbeiter/innen-Intensivausbildungen sind ebenfalls ca. 60 % der TeilnehmerInnen Migrant/innen. Aufgrund der sozialpädagogischen Begleitung und Beratung ist der Erfolg für die Kursteilnehmer/innen mit einer Vermittlungsquote bis zu 90 % hervorragend.

Rückfragehinweis: Mag. Gabriele Masuch, bfi Wien,   1034, Alfred-Dallinger-Platz 1, 01/81178/10385, g.masuch@bfi-wien.or.at , www.bfi-wien.at