Inhalt:
.Die Führungskraft als Coach – ein Widerspruch?
Sich und andere im Unternehmen zum Erfolg führen – mit Systemischem Coaching für die Führungspraxis
In den Lehrgängen der bfi Wien Akademie für (angehende) Führungskräfte geht es neben den fachlichen Inputs vor allem auch um die Erarbeitung des eigenen Führungsselbstverständnisses und der Reflexion der Brauchbarkeit von Führungsstilen. So haben sich z.B. die Teilnehmer/innen des Diplomlehrganges Management und Führungskompetenz auch mit dem Rollenverständnis externer versus internem Coach auseinandergesetzt und sich teilweise schon als Coach im Unternehmen positioniert. Mag. Susanna Kober, Unternehmensberaterin, Coach, Lehrgangsleiterin an der bfi Wien Akademie nahm das zum Anlass, den neuen Lehrgang Systemisches Coaching als Führungsinstrument zu konzipieren.
Als Exkurs zunächst die Aufgabe eines externen Coach: „Ein Coach kann sich in seiner neutralen Positionierung, in seinem Selbstverständnis und in seiner professionellen Vorgangsweise in der Realität des einzelnen Kunden bewegen und sich hauptsächlich mit dessen persönlichen Interessen und Zielen auseinandersetzen,“ so Kober. Die Außensicht und der Rückzug nach dem Coaching-Auftrag sind die wesentlichen Merkmale der Beratung und Begleitung – ohne Entscheidungskompetenz.
Widersprechen sich Führen und Coaching?
„Als Führungskraft bekomme ich ein Unternehmensziel vorgegeben oder habe an der Zielvorgabe mitentwickelt. Ich hole mir im Gespräch mit dem Team oder einzelnen Mitarbeiter/innen ein Agreement mit den geplanten Unternehmens-Zielen ein.
Als Coach erarbeite ich Vorteile, Nutzen, Nachteile mit den Betroffenen, plane die Umsetzung und kommuniziere das Vertrauen in die Kompetenz und in die Eigenverantwortung. Ich kann mich jedoch danach nicht wie ein Coach zurückziehen, sondern begleite und kontrolliere wieder als Führungskraft. Ich bewerte und entscheide, teilweise werden auch ‚harte’ Entscheidungen getroffen. Und hier tritt möglicherweise das innere Dilemma auf: darf ich harte Entscheidungen treffen mit dem Selbstverständnis als Coach? Ist das mit meinen Werten und bisherigem Umgang vereinbar oder ein Widerspruch? Wessen Interessen folge ich? Wie kann ich die verwertende Absicht von Gesprächsinhalten in meiner Beziehung zu den Mitarbeiter/innen transparent machen?
Hier baut sich ein Spannungsfeld auf, das nur mit sehr klaren Vereinbarungen lösbar ist, was den Einsatz, die Absicht und die Struktur des Coachingprozesses in einer entsprechenden Organisationskultur betrifft,“ so Kober.
Systemisches Coaching bedeutet
„dass die spezielle Dreieckskonstellation Organisation – Führungskraft – Mitarbeiter/innen und die Auswirkung auf Interessen, Ziele und Bedürfnisse berücksichtigt wird. Die Führungsrealität schließt Entwicklungen und Veränderungen in der Organisation ebenso wie phasenspezifische Teamentwicklungen und persönliche oder aufgabenbezogene Mitarbeiter/innen-Entwicklungen ein. Dabei bieten Haltung und Menschenbild eines Coach die Orientierung für den Umgang und die Gestaltung der Kommunikation mit Mitarbeiter/innen,“ ergänzte Kober in ihrem Vortrag bei der Personal Austria 2010, Österreichs größten Networking-Messe für Personalmanager/innen.
Diplomlehrgang Systemisches Coaching für die Führungspraxis
In der Ausbildung geht es vor diesem Hintergrund um Professionalität in der Gesprächsführung, um Methodenkompetenz wie z.B. systemische Situationsanalyse, lösungsorientierte und ressourcenorientierte Fragentechniken oder die Anwendung spezieller Tools wie die Skalierung von Situationseinschätzungen. „ Am stärksten aber halte ich die Reflexionsfähigkeit für eine für den Führungserfolg maßgebliche Gabe, die innerhalb einer Auseinandersetzung mit Coaching und Führung immer wieder gefördert und angeregt wird. Dazu gehört ebenso eine kritische inhaltliche Beleuchtung der passenden Qualität der Ausbildung zum Coach, wenn ich nicht als externer Coach, sondern als Führungskraft mit Coachingkompetenz im Führungsstil arbeiten will,“ empfiehlt Kober.
Informationsabend: 15.11.2010, Dauer: 17.12.2010 – 28.5.2011 (berufsbegleitend)
bfi Wien Akademie, Catamaran, 1020 Wien, Johann-Böhm-Platz 1/B/5.OG (U 2 Donaumarina)
www.bfi-wienakademie.at
Rückfragehinweis: Mag. Gabriele Masuch, bfi Wien, 1034, Alfred-Dallinger-Platz 1, 01/81178/10385,
g.masuch@bfi-wien.or.at, www.bfi-wien.at

