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.Ergebnisse der bfi Wien Pressekonferenz Erwachsenenbildung – Lernen mit System (2.9.2010)
Weiterbildungsbeteiligung steigt langsam, Unternehmen investieren wieder
Der beruflichen Erwachsenenbildung sollte nach Dr. Herwig Stage, GF des bfi Wien, aufgrund ihrer Bedeutung für das Bildungssystem und die Wirtschaft mehr mediales Interesse zustehen. Die Krise sei vorbei, die aktuellen Zahlen sprechen dafür (Arbeitslosigkeit auf 3,8% und um 5,1 % im Vergleich zum Vorjahr gesunken - niedrigste EU-weit, Anstieg der Beschäftigung um 1,26 % und des geschätzten Wirtschaftswachstums um 2 %).
Die Erwachsenenbildung hat von der Krise profitiert – und die Teilnehmer/innen durch die Aus- und Weiterbildung! Als größtes Bildungsinstitut Österreichs ist der Umsatz des bfi Wien von 46 Mio (2008) auf 61 Mio (2010) gestiegen. Stage präsentierte Daten zur Finanzierung der Erwachsenenbildung. „Sie wird von 5 Quellen gespeist: 40 % vom AMS/ESF, 30 % von Unternehmen, 20 % von Privatpersonen und nur 10 % von der öffentlichen Hand. Durch die positive Wirtschaftsentwicklung müßte eigentlich jetzt auch mehr investiert werden. Nach einer aktuellen Befragung durch Personalmanager (Zeitschrift für Human Resources) haben 2009 nur ca. 1/3 der Unternehmen ihr Weiterbildungsbudget gekürzt, 2010 wollen 50% die Ausgaben auf gleichem Niveau halten, aber doch1/4 der Befragten mehr Geld für Weiterbildung in die Hand nehmen,“ so Stage. Der Trend gehe eher in Richtung fachspezifischer Aus- und Weiterbildung, wobei e-learning doch nicht wie erwartet genutzt werde. Bildungscontrolling, d.h. die Kosten-Nutzen-Analyse sei in aller Munde, werde aber nicht wirklich umgesetzt. „Und da der Bildungsmarkt eher einem Dschungel gleiche – auch für ca. 2/3 der Unternehmen scheint er nicht transparent – ist Orientierung und Bildungsberatung im Vorfeld wichtig.“ Aufgrund der bisherigen Expansionen wird ab Oktober die bfi Wien Akademie den neuen Standort im Catamaran (neues ÖGB-Haus, U2 Donaumarina) beziehen. Neu an der Akademie für (angehende) Führungskräfte sind die Diplomlehrgänge Sozialmanagement und Systemisches Coaching für die Führungspraxis.
Erwachsenbildung ist mehr als „Reparaturwerkstatt“
Mag. Peter Schlögl, GF des ÖIBF (Österreichisches Institut für Berufsbildungsforschung) wies daruf hin, dass Österreichs Bildungslandschaft traditionell von einer Dominanz des Erstausbildungssystems und damit des formalen Bildungssystems geprägt ist. „Diskussionen um PISA-Ergebnisse, die im Vergleich geringe Akademikerquoten und die schon chronische Knappheit von betrieblichen Lehrstellen sind jedoch Indikatoren einer zunehmenden Krise des Erstausbildungssystems.
Gleichzeitig haben sich die Europäischen Staaten darauf verständigt, strategische Anstrengungen zu unternehmen, um den Zugang zu lebenslangem Lernen zu fördern. Komplex ist dieser Prozess deshalb, weil insbesondere in der Fort- und Weiterbildung selten öffentliche Stellen (Schulen u.a.) sondern mehrheitlich eigenständige und private Institutionen wesentliche Akteure sind und auch informelle Lernprozesse (z.B. am Arbeitsplatz) eine wichtige Rolle spielen,“ so Schlögl. Hier wies er auf die Qualifizierungen des AMS, innerbetriebliche Weiterbildung sowie berufliche und private Weiterbildung in Erwachsenenbildungseinrichtungen hin. Bedauerlicherweise sei die Weiterbildungsbeteiligung in Österreich mit 13,8% der 25 bis 64-Jährigen Österreicher/innen (2009) im Vergleich zu skandinavischen Ländern (ca. 30 %) eher gering und damit ausbaufähig.
Gleichzeitig betonte er die Stärken der österreichischen Weiterbildungslandschaft wie z.B. Teilnehmer/innenorientierung, Pluralität und Flexibilität der Anbieter, Angebote von Alphabetisierung bis zu Hochschulabschlüssen und starke Qualifizierungskomponente der aktiven Arbeitsmarktpolitik.
Aber es gebe noch genug „Herausforderungen“, die zu bewältigen seien wie „die fragmentierte und diffuse Zuständigkeiten des Bundes und der Länder, die Intransparenz hinsichtlich der Anbieter und Angebote sowie der Förderlandschaft, Heterogenität hinsichtlich der Professionalisierung des Personals sowie fehlende systemlogische Finanzierung (z.B. wird eine Matura in der Schule und in der Erwachsenenbildung nicht gleich behandelt).“ Auch skizzierte er den „typischen Teilnehmer“: jung, männlich, gebildet (je höher in der Hierarchie desto größer die Chance auf Weiterbildung).
Als Ausblick wies er auf den nationalen Qualifikationsrahmen hin, der 2011 Aus- und Weiterbildung in einem 8-stufigen Modell und mit Kriterienkatalog vergleichbar machen soll.
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Rückfragehinweis: Mag. Gabriele Masuch, bfi Wien, 1034, Alfred-Dallinger-Platz 1, g.masuch@bfi-wien.or.at

