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.Biologische Grundlagen des Lernens
Feeling - fördert Aufnahmefähigkeit
Lernen ist keine rein geistige Angelegenheit. Wie hätten sonst Säugetiere vor uns ihre Rangordnungen und Jagdstrategien ohne bewusstes Denken entwickeln und weitergeben können? Lernen findet im Gehirn dort statt, wo entwicklungsgeschichtlich ältere Hirnteile - zuständig für körperliche Abläufe - an die „bewusstere“ Hirngegend, das Vorderhirn angrenzen. Dort liegt das limbische System. Dieses Geflecht von Nervenbahnen zeigt nicht nur bei Lernvorgängen äußerst hohe Aktivität. Hier haben auch unsere Emotionen ihre Spielstätte. Durch diese Koppelung wird das limbische System beim Lernen zu einer emotionalen Weiche: Was für wichtig befunden wird, erzeugt ein positives Gefühl - was angenehm daherkommt wird als wichtig empfunden. Auf der anderen Seite werden unwichtig erscheinende Inhalte sofort mit unangenehmen Gefühlen verknüpft. Lernstoff emotional ansprechend zu gestalten und Wichtiges voranzustellen, ist eine biologische Notwendigkeit für den Lernerfolg.
Struktur und Wiederholung
Das menschliche Gehirn ist keine Festplatte. In unserem Speichersystem werden nicht einfach beliebig lange Zeichen- oder Datenketten abgelegt, sondern nach vielen Kriterien geordnete Information. Die ursprünglich aufgenommenen ungefilterten Reize werden selektiert, koordiniert, reduziert, abstrahiert und in bestehende Hierarchien integriert. Lernen ist also auch die Verknüpfung von Wahrgenommenem zu höherwertigen Informationen. Je mehr Struktur bereits der Lernstoff bietet, desto weniger Arbeit hat das Gehirn beim Lernen. Was dabei neurologisch entsteht sind sogenannte Engramme, neugeordnete Verknüpfungen von Nervenbahnen. Diese bilden sich aber nicht sofort, sondern erst nachdem die Erregungsimpulse in den Nervenbahnen eine Zeitlang „gekreist“ sind. Die einzige Möglichkeit bei diesem sensiblen Vorgang Informationsverlust zu verhindern heißt wiederholen und nochmals wiederholen.
Multimedia - ist sinnlich sinnvoll
Ein wichtiges Ergebnis der Gedächtnisforschung hat sich in den letzten Jahren herumgesprochen: Es gibt verschiedene Lerntypen. Bekannt geworden sind vor allem zwei davon: der visuelle Typ, also Menschen, die sich Gesehenes besonders gut merken können und der auditive Typ, der sich am liebsten Gehörtes einprägt. Außer diesen beiden gibt es auch noch den haptischen (tastsinnorientierten), den abstrakt-verbalen, den personenorientierten und den mediumorientierten Typ sowie jede Menge Mischformen. Ein Trostpflaster gibt es: Information, die über mehrere Kanäle aufgenommen wird, prägt sich bei allen Typen besonders gut ein. Mit einer Kombination von Bildmaterial, sprachlicher Erklärung und der Diskussion abstrakter Zusammenhänge lässt sich der Lernerfolg bei jedem Typ verbessern.

